Titelbild ZeppelinBrief Nr 71

Zeppelin-Brief Nr. 71

 

Inhaltsverzeichnis:
Vorwort / Manfred Bauer 4
Mitgliederfahrt 2017 nach Altenrhein (CH) und Dornbirn (A) / Rainer Fischbach 6
Das Zeppelin Museum auf Erfolgskurs / Claudia Emmert 7
Kult! Legenden, Stars und Bildikonen / Jürgen Bleibler 9
Erbe als Ehre und Verpflichtung. 100. Todestag Graf von Zeppelin.
Gedenkstunde und Kranzniederlegung in Friedrichshafen / Wilfried Geiselhart 10
Klangvolle Verneigung vor dem Grafen / Manfred Bauer 11
Zeppelin-Urenkel bittet um Vergebung.
Gedenken zum 100. Todestag von Graf Zeppelin in Stuttgart / Hagen Schönherr 11
Mit dem Zeppelin NT nach Stuttgart – Zeppelin-Archivarin hebt ab! / Barbara Waibel 13
US-Gedenkfeier zum 80. Jahrestag der „Hindenburg“-Katastrophe / Cheryl Ganz 15
Kranzniederlegung am „Hindenburg“-Ehrenmal auf dem
Frankfurter Hauptfriedhof am 6. Mai 2017 / Hanspeter Härtig 16
Als Maschinist auf der letzten Fahrt von LZ 129 „Hindenburg“ / Eugen Bentele 17
Die Silberplatte und das Rotkehlchen im Wrack oder Reminiszenzen
an das „Hindenburg“-Unglück / Manfred Bauer 19
„Hindenburg“-Modell kehrt zurück / Friederica Ihling 21
Zeppelin-Fundstücke aus alten Zeitungen / Armin Loch und Manfred Bauer 23
Ohne Zeppelin kein Weihnachtsmann / Frank-Thorsten Moll 24
Das Seewerk der Luftschiffbau Zeppelin GmbH in Immenstaad / Manfred Bauer 28
Torpedofund im Bodensee im März 2017 / Sven Karmann 34
Todessturz am Bodensee.
Der Flieger und Rennfahrer Ernst-Günther Burggaller / Stefan Blumenthal 36
Neues vom Zeppelin-Konzern / Julia Neder 40
Neues vom Zeppelin NT / Andrea Fischer 42
Schlenkergraf und Zeppelinzwerge.
Kultige Produkte im Museumsshop / Carolin Gennermann 44
Zeppelin-Kalender 2018 zeigt namhafte Luftschiffe 45
Degussa ehrt Graf Zeppelin
zum 100. Todestag mit Gedenk-Thaler / Daniel Patrick Langer 46
Limitiertes Medaillen-Set Graf Zeppelin / Manfred Bauer 47
Zeppelin-Büchermarkt – Neuerscheinungen Frühjahr 2017

Liebe Mitglieder des Freundeskreises zur Förderung des Zeppelin Museums, liebe Zeppelinfreunde,

„Jetzt wächst wieder zusammen, was zusammengehört“. Seit Anfang Mai 2017 ist das Großmodell des LZ 129 „Hindenburg“, das jahrelang ans Aeronauticum in Nordholz ausgeliehen war, wieder im Zeppelin Museum und präsentiert sich in voller Schönheit über dem Treppenaufgang zur Bahnsteighalle. Nach langer Warte- und Vorbereitungszeit ist das eindrucksvolle Modell, das Mitarbeiter der Luftschiffbau Zeppelin GmbH Ende der 1950er Jahre mit großem Können und viel Liebe zum Detail herstellten und jahrelang in der Zeppelin-Abteilung des Städtischen Bodensee-Museums hing, endlich wieder in Friedrichshafen zu bestaunen.


Jung und Alt erfreuten sich daran, mit der Betätigung von Knöpfen die Beleuchtung anzuschalten und die Propeller oder die Ruder in Bewegung zu setzen. Es war auch immer wieder das Drängen und Fordern von unserem Ehrenvorsitzenden Manfred Sauter, dass dieses Modell im Zeppelin Museum in Friedrichshafen, und am liebsten in der Eingangshalle, seinen richtigen Platz hat. Durch einen Hinweis aus Nordholz konnte Manfred Sauter bewerkstelligen, dass die „Knopf-Betätigungsanlage“ nicht auf dem Schrotthaufen landet. Jetzt wurden im Rahmen der Neukonzeption die Voraussetzungen geschaffen, dieses Modell wieder im Zeppelin Museum zu zeigen und wir, der Freundeskreis, sind stolz, mit der Finanzierung der aufwendigen Aufhänge-Vorrichtung unseren Beitrag dazu geleistet zu haben. Frisch restauriert und elektrisch modernisiert kann das Modell jetzt wieder bewundert und per Knopfdruck in Bewegung gesetzt werden. Dass das auch so gut funktioniert, ist der intensiven und nicht einfachen Arbeit des Museums-Haustechnikers Michael Fischer geschuldet, dem dafür großer Dank gebührt. Herzlicher Dank geht auch an Friederica Ihling für die organisatorische Vorbereitung und natürlich an unseren Ehrenvorsitzenden Manfred Sauter sowie an alle weiteren Beteiligten!
Im März 2017 wurde der 100. Todestag von Ferdinand Graf von Zeppelin in Friedrichshafen und am Grabmal auf dem Prag-Friedhof in Stuttgart
würdevoll begangen. Am Vortag des 100. Todestages geschah dies mit Kranzniederlegungen und Reden am Zeppelin-Denkmal in Friedrichshafen.
Anschließend fand im Graf Zeppelin-Haus ein eindrucksvolles Gedenk-Konzert von Lehrkräften der Musikschule Friedrichshafen statt. Am folgenden Tag war eine große Delegation aus Friedrichshafen zur Gedenkfeier am Grabmal von Graf Ferdinand von Zeppelin und seiner Frau Gräfin Isabella von Zeppelin versammelt. Oberbürgermeister Andreas Brand ließ sich in seiner Ansprache zum Gedenken gerne unterbrechen, als der Zeppelin NT würdevoll und majestätisch über der Grabstätte schwebte. Auch an den 80. Jahrestag der „Hindenburg“-Katastrophe wurde in Lakehurst, in Frankfurt und in Friedrichshafen erinnert.

Im März 2017 wurde der 100. Todestag von Ferdinand Graf von Zeppelin in Friedrichshafen und am Grabmal auf dem Prag-Friedhof in Stuttgart
würdevoll begangen. Am Vortag des 100. Todestages geschah dies mit Kranzniederlegungen und Reden am Zeppelin-Denkmal in Friedrichshafen.
Anschließend fand im Graf Zeppelin-Haus ein eindrucksvolles Gedenk-Konzert von Lehrkräften der Musikschule Friedrichshafen statt. Am folgenden Tag war eine große Delegation aus Friedrichshafen zur Gedenkfeier am Grabmal von Graf Ferdinand von Zeppelin und seiner Frau Gräfin Isabella von Zeppelin versammelt. Oberbürgermeister Andreas Brand ließ sich in seiner Ansprache zum Gedenken gerne unterbrechen, als der Zeppelin NT würdevoll und majestätisch über der Grabstätte schwebte. Auch an den 80. Jahrestag der „Hindenburg“-Katastrophe wurde in Lakehurst, in Frankfurt und in Friedrichshafen erinnert.

Auf dem Marineluftschiffhafen in Lakehurst fand eine feierliche Gedenkzeremonie statt. Vor der Luftschiffhalle in Lakehurst, die oft den LZ 127 „Graf Zeppelin“ und den LZ 129 „Hindenburg“ beherbergte, und genau an der Stelle, wo bei dem Unglück die Führergondel der „Hindenburg“ aufschlug, wurden die Namen all der Passagiere, Besatzungsmitglieder und des Mitglieds der Bodenmannschaft, die bei dem Unglück ums Leben kamen, verlesen, verbunden mit einem Glockenton. Bei diesem traurigen Erinnern waren auch unser Mitglied Cheryl Ganz und der Pilot des ersten Zeppelin NT Scott Danneker anwesend. Die Erinnerung an das Zeppelin-Luftschiff LZ 129 „Hindenburg“, 80 Jahre nach dem Untergang dieses Luftschiffes, ist immer noch ungebrochen, besonders in den USA. Unser Mitglied Cheryl Ganz, eine anerkannte Forscherin der Zeppelingeschichte, hat mit Patrick Russel und Dan Grossman ein neues Buch „Zeppelin Hindenburg. An Illustrated History of LZ-129“ veröffentlicht.
Der Fund eines Lufttorpedos vor Manzell im März dieses Jahres hat, auch bei mir, euphorische Aktivitäten ausgelöst. Hier wurde wieder in Erinnerung gebracht, dass das heutige Gelände der Airbus Group in Immenstaad, bei vielen einfach „Dornier“ oder „Seewerk“ genannt, von 1943 bis 1956 Eigentum der Luftschiffbau Zeppelin GmbH war. In den Kriegsjahren wurde dort ein sogenanntes Torpedowerk aus dem Boden gestampft, bei dem Lufttorpedos eingeschossen werden sollten. Auch wenn dieses Vorhaben im Seewerk nicht umgesetzt werden konnte, hat das Gelände doch eine spannende und wechselvolle Geschichte.

Kult! Legenden, Stars und Bildikonen. Mit der laufenden Ausstellung und einem Katalog wird auch ein Randgebiet zum Thema Zeppelin aufgearbeitet. Viele Exponate unseres Freundeskreises zu diesem Aspekt haben schon immer ihren Platz im Zeppelin Museum gefunden. Auch mit einer Fachtagung „Kult! Objekte und Mythen im Museum“ wurde Ende Juni 2017 Zeppelin als herausragendes und weltbekanntes Kultobjekt
gewürdigt. Dazu passt auch gut der Beitrag „Ohne Zeppelin kein Weihnachtsmann“ von Frank-Thorsten Moll, des früheren Leiters der Kunstabteilung des Zeppelin-Museums und heute Leiter des ikob, ein bekanntes Museum für zeitgenössische Kunst in Eupen/Belgien. Dankenswerterweise hat er uns einen Bericht übermittelt, der auf einem früheren in Friedrichshafen gehaltenen Vortag basiert und in dem er auf die „Verkultung“ des Grafen und seiner Luftschiffe eingeht.
Der Freundeskreis hat seit April eine eigene Homepage. Unter www.freundeskreis-zeppelin.de finden alle Mitglieder und Interessierte Aktuelles aus dem Verein, Buchbesprechungen und Veranstaltungstipps. Sehr einfach können Unterstützer des Museums dort auch online Mitglied werden. Sehen Sie sich diese Seiten an und sagen Sie uns gerne, was wir dort noch verbessern können.


Immer wieder sind Überlegungen und Gedankenspiele im Gange, das Gebiet am Hinteren Hafen rund um den Romanshorner Platz zu einer Museumsmeile oder zu einem Museumsquartier umzugestalten. Die Vision mit dem Zeppelin Museum, das dringend einer Erweiterung für Ausstellungs- und Lagerflächen bedarf, einer „gläsernen Werft“ der Bodensee-Schifffahrtsbetriebe, vielleicht dem Schulmuseum, einem Bereich für Industrie- und Stadtgeschichte oder einem Maybach Museum sind noch Zukunftsmusik. Wir wünschen den Verantwortlichen mit Oberbürgermeister Andreas Brand, dem wir auch herzlich zu seiner Wiederwahl als Stadtoberhaupt gratuliert haben, dem Gemeinderat und allen Beteiligten gute Ideen für Planung und Durchsetzung einer solchen Museumsmeile in den nächsten Jahren oder Jahrzehnten.
Wir bedanken uns bei allen, die zur Gestaltung des Zeppelin Briefes in irgendeiner Form beigetragen haben. Wir freuen uns immer wieder, wenn uns Berichte und Neuigkeiten rund um das große Gebiet Zeppelin zur Verfügung gestellt werden.
Wir freuen uns auf ein Wiedersehen bei der Mitgliederversammlung am 8. Juli 2017 mit einem interessanten Vortrag von Dr. Hartmut Semmler über „Die Frühzeit des Zeppelinbaus im Spiegel zeitgenössischer Quellen“ sowie im Anschluss daran auf nette Gespräche bei einem Glas Wein oder Bier. Und wir freuen uns auch, Sie bei unserer Mitgliederfahrt am 15. September 2017 zu den Museen in Altenrhein/CH und Dornbirn/A begrüßen zu dürfen.
Im Namen des Vorstandes
Ihr
Manfred Bauer

Zeppelin-Museum auf Erfolgskurs

Schon lange nicht mehr war das Zeppelin Museum so in aller Munde wie in den letzten Monaten: Unsere Ausstellungen „Strom-Linien-Form. Die Faszination des geringen Widerstands“ und „Otto Dix: Alles muss ich sehen“ stießen auf eine enorme Resonanz in den bundesweiten,  schweizerischen und österreichischen Medien. Die ausschließlich positive Berichterstattung schlug sich auch in den Besucherzahlen nieder:
„Strom-Linien-Form“ haben 21.000 Interessierte gesehen, „Otto Dix“ zog 19.000 Besucher an. Dadurch konnte das Museum vom 1. Januar bis zum 30. April 2017 bereits insgesamt 54.790 Gäste begrüßen. Dieses Ergebnis wird nur vom Frühjahr 1997 getoppt, als man 57.516 Besucher im selben Zeitraum zählte.

Nun haben die vergangenen Jahre gezeigt, dass man den Tag nicht vor dem Abend loben soll – also warten wir gespannt ab, was der Sommer bringen wird. Aber wir sind sehr zuversichtlich! Denn auch Ottmar Hörls Installation „Aller Anfang ist schwer“ war ein voller Erfolg. An dieser Stelle möchte ich mich vor allem bei der Zeppelin-Stiftung und der Stadt Friedrichshafen bedanken, die dieses Projekt finanziell unterstützt haben. Mein besonderer Dank gilt Monika Blank, Leiterin Kommunikation und Medien bei der Stadt Friedrichshafen und der Zeppelin-Stiftung, die uns von Beginn an begeistert unterstützt und die finanzielle Absicherung des Museums bei diesem Projekt herbeigeführt hat.

Hörls Installation nimmt Bezug auf den Buben des Zeppelin-Brunnens in Friedrichshafen, der 1909 zu Ehren von Graf Zeppelin installiert wurde. Der Brunnen überlebte die Bombenangriffe im Jahr 1944 inmitten von Trümmern beinahe unbeschadet, was in eindrucksvollen Fotografien dokumentiert wurde. Dieses Denkmal besitzt also jede Menge Kult-Potential. Daher bildet die Installation mit der Neuinterpretation des Zeppelinjungen durch Ottmar Hörl den Auftakt zu unserer  Ausstellung „Kult! Legenden, Stars und Bildikonen“. In dieser Ausstellung geht es um politische und religiöse Kulte, um Pop- und Fankultur und um Rituale der Entkultung. Ein ganz wesentlicher Aspekt der Ausstellung sind die Strategien der Verkultung des Zeppelins in verschiedenen Medien und zu unterschiedlichen Zeiten: Vom Cocktail-Shaker bis zur Propaganda mit Zeppelinen im Bombenkrieg, vom Kinderspielzeug bis zur Kondom-Werbung, vom kaiserlich-patriotischen Marsch bis zum Debutalbum von Led Zeppelin, von der Briefmarke bis zu Battlefield I: Der Zeppelin ist Kult – bis heute. Daher haben wir auch ein „Kult!“-Buch publiziert, mit 100 Kultobjekten rund um das Luftschiff Zeppelin.

Aus Anlass des 80. Jahrestags des „Hindenburg“-Unglücks wurde außerdem das berühmte 7,4 m lange Funktionsmodell des LZ 129 wieder in die Sammlungspräsentation des Museums integriert. Das interaktive Modell war seit 1960 der Publikumsmagnet im Museumsflügel des Rathauses. Nach 1996 wurde es an das Aeronauticum nach Nordholz ausgeliehen, wo es nach der Spezialisierung des dortigen Museums auf Schütte-Lanz-Luftschiffe in einen Nebenraum verfrachtet wurde. Manfred Sauter vom Freundeskreis kämpfte sehr um die Rückführung des Modells. Und Hartmut Heitmann, ebenfalls Mitglied im Freundeskreis, rettete das Schaltpult, das im Fliegerhorst Nordholz lagerte und zur Entsorgung  freigegeben war. Frisch restauriert und mit einer neuen Elektrik ausgestattet, begrüßt das Modell nun als erstes Highlight die Besucher beim Aufstieg in die Bahnsteighalle des Museums. Wie immer hat unsere Restauratorin Michaela Vogel ganz hervorragend gearbeitet.

Und Michael Fischer, Techniker am Zeppelin Museum und seit Kindesbeinen ein großer Fan dieses Modells, hat die gesamte Elektrik erneuert. Dafür möchte ich mich sehr herzlich bedanken. Es war nicht leicht, das 230 kg schwere Modell zu befestigen. Rund 17.000 Euro haben Transport und Montage gekostet – übernommen wurden diese Kosten vom Freundeskreis zur Förderung des Zeppelin Museums. Daher gilt unser großer Dank Manfred Bauer und seinem Vorstandsteam, Manfred Sauter und Hartmut Heitmann, sowie allen Mitgliedern des Freundeskreises.

Seit der Ausstellung „Möglichkeit Mensch“ wurde uns außerdem bewusst, wie schwer es für gehörlose Menschen ist, an kulturellen Veranstaltungen teilzunehmen. Daher haben wir beschlossen, uns auch mehr um diesen Personenkreis zu kümmern. Inzwischen bieten wir regelmäßig Führungen  für Gehörlose an, die auf sehr großen Zuspruch stoßen. Der dafür notwendige Gebärdendolmetscher wird jeweils zur Hälfte von der Kunststiftung  im Zeppelin Museum und vom Freundeskreis des Zeppelin Museums bezahlt. Das finde ich ganz großartig. Und sage: Danke!

Claudia Emmert

Hindenburg-Modell kehrt zurück!

Das Zeppelin Museum ist um eine weitere Attraktion reicher: 80 Jahre nach dem Unglück von Lakehurst kehrt das Funktionsmodell von LZ 129 „Hindenburg“ in die Ausstellung zurück. Dieses Modell kann nicht nur angeschaut, sondern auch selbst in Bewegung gesetzt werden. Über ein Bedienpult können die Besucherinnen und Besucher die Luftschrauben sowie die Seiten  und Höhenruder steuern. Eine Innenbeleuchtung macht die detaillierte Einrichtung der Passagierräume sichtbar. Das Modell war in den 1960er Jahren für die erste Zeppelin-Abteilung des städtischen  Bodensee Museums im Friedrichshafener Rathaus von ehemaligen Mitarbeitern der Luftschiffbau  Zeppelin GmbH angefertigt worden. Da viele von ihnen noch am Bau der historischen Vorlage mitgewirkt hatten, zeichnet sich dieses „Hindenburg“-Modell im Maßstab 1:33 1/3 durch hohe  Präzision und viel Liebe zum Detail aus.

Die interaktiven Funktionsteile und die imposante Größe des Modells ermöglichen eine starke Identifikation mit dem Thema Zeppelin und ist vielen früheren Besucherinnen und Besuchern des Bodensee Museums in lebhafter Erinnerung geblieben. Beim Umzug des Zeppelin Museums in den Hafenbahnhof 1996 wurde das Modell längerfristig an das Aeronauticum Nordholz verliehen. Mit der Neukonzeption des Museums im Hafenbahnhof wurde der Wunsch nach einer Rückkehr dieses eindrucksvollen Ausstellungsstücks immer stärker. Zur großen Freude des Zeppelin Museums ist dies nun nach 20 Jahren gelungen. Das war nur durch das finanzielle Engagement des Freundeskreises zur Förderung des Zeppelin Museums möglich. Der neue zentrale Standort über dem großen Treppenaufgang machte eine spezielle Windenkonstruktion auf dem Dach zur Aufhängung des rund sieben Meter langen und 230 kg schweren Modells notwendig. Zur Wartung und Reparatur kann es damit einfach abgesenkt werden. Für die großzügige Unterstützung zur Realisierung der Aufhängung ein herzliches Dankeschön an die Mitglieder und Verantwortlichen des Freundeskreises.

Und wenn ich schon gerade dabei bin, möchte ich noch einen Dank an den Freundeskreis loswerden: Ein Museum lebt von seinen Besuchern. Und unser Ziel ist es, alle Menschen für unser Museum zu begeistern. Deshalb bieten wir partizipative, integrative und inklusive  Vermittlungsprogramme an. Im letzten Jahr haben wir im ZeppLab einen offenen Workshop mit Geflüchteten veranstaltet. Es entstand ein toller
Ballon mit Korb, der zuerst im Museum und danach im Fallenbrunnen ausgestellt wurde. Unseren Audioguide gibt es ebenfalls seit letztem Jahr in Gebärdensprache, in Türkisch, Arabisch undFarsi, sowie in einfacher Sprache. Seit Jahren bieten wir zudem Blindenführungen und Führungen für Demenzerkrankte an. Vor wenigen Monaten sind wir noch einen Schritt weitergegangen und haben Sabine Ochaba zur Behindertenbeauftragen in unserem Museum gewählt, die sich nun besonders um diese Themen und Probleme kümmern wird. Ein erster Aktionstag fand am 5. Mai in  unserem Museum statt – und war ein voller Erfolg.

Bereits im vergangenen Jahr war das Modell restauratorisch sachgerecht gereinigt und kleinere Schäden behoben worden. Durch die Entfernung von später aufgebrachten Beschriftungsfolien konnte der ursprüngliche Zustand des Modells wiederhergestellt werden. Herzstück des Modells sind seine Funktionsteile. Da die Elektrik mittlerweile über 50 Jahre alt war, musste sie teilweise erneuert und modernisiert werden. Nun brennen alle Lampen und Ruder und Luftschrauben bewegen sich wieder. Das ursprüngliche Bedienpanel wurde dabei jedoch erhalten. Hier gebührt besonders Museumstechniker Michael Fischer Dank für sein Engagement. Die Restaurierungsmaßnahmen wurden durch Mittel der Stadt Friedrichshafen ermöglicht und von der Landesstelle für Museumsbetreuung Baden-Württemberg gefördert. In alter Größe und neuem Glanz ist das Modell jetzt wieder im Zeppelin Museum zu besichtigen. Kommen Sie vorbei und probieren Sie es selbst aus!
Friederica Ihling