Inhaltsverzeichnis

  • Vorwort
  • Termine
  • Bericht über die Mitgliederversammlung des Freundeskreises zur Förderung des Zeppelin Museums e.V. / Heike Weishaupt
  • Mitgliederausflug 2023 des Freundeskreises / Jürgen Wittmann
  • Veränderung und Teilhabe am Zeppelin Museum Friedrichshafen / Claudia Emmert
  • Choose your Player / Stephanie Milling und Jürgen Bleibler
  • LZ 129 Hindenburg digital und virtuell erlebbar / Stephan Niemeyer
  • Zeppelin-Philatelisten treffen sich auf der IBRA 2023 in Essen / Cheryl Ganz
  • Das „Geheimnis“ des Restaurantstempels vom Luftschiff LZ 17 Sachsen / Erhard Rothbauer
  • Ansprache zum 150. Geburtstag von Alfred Colsman am 7. Mai 2023 in Friedrichshafen / Ulrich Karl Pfannschmidt
  • Vor 110 Jahren – Der Bodensee-Wasserflug in Konstanz vom 29. Juni – 5. Juli 1913 / Jürgen Bleibler
  • Nur einmal verbeugen vor Fjodors Grab …“ / Christa Tholander
  • Der FIF- / Zeppelin-Schnellbrandofen / Manfred Sauter
  • Daheim im Zeppelindorf / Christian Möckel
  • Zeppelin Konzern richtet Strategische Geschäftseinheiten (SGEs) Baumaschinen neu aus / Sandra Scherzer
  • Die Zeppelin-Reederei auf Wachstums-Kurs / Andrea Fischer
  • Weltoffen und doch regional – Neues aus dem Museumsshop / Carolin Gennermann

Liebe Freundeskreis-Mitglieder, liebe Leserinnen und Leser des Zeppelin-Briefs,

schon wieder ist ein Jahr um, schon wieder steht Weihnachten vor der Tür und so ist es auch wieder Zeit für den Zeppelinbrief. Im Unterschied zu den vielen schlechten Nachrichten aus dem Weltgeschehen hoffe ich, Ihnen ein paar angenehme und interessante Lesestunden mit dem neuen Heft zu verschaffen.

Als Titelbild haben wir in Vorausschau auf ein besonderes Zeppelin-Ereignis im kommenden Jahr 2024 ein Motiv mit dem LZ 126 gewählt. Dieses Luftschiff wurde vor 100 Jahren als Reparationszahlung für die USA gebaut und machte bei der Überlieferung einen aufsehenerregenden  Atlantikflug. Die Geschichte dieses Luftschiffs  ist daher auch Jahresthema des  neuen Zeppelin-Kalenders.

Leider sind die Zeiten für das Zeppelin Museum nicht sehr rosig. Angesichts steigender  Kosten und knapper werdender Finanzmittel wird das Museum in den kommenden Jahren den Gürtel enger schnallen müssen. Eine Folge ist, dass ab 2024 nur noch eine große Wechselausstellung  pro Jahr gemacht wird. Im kommenden Jahr ist es eine Ausstellung, die sich mit dem Thema Spiele und Gaming beschäftigt. Erneut ist es eine Gemeinschaftsausstellung der Abteilungen Technik und Kunst. Aufhänger ist die große Zahl von Gesellschaftsspielen aller Art in der Zeppelin-Sammlung, die nicht zuletzt durch die Aktivitäten des Freundeskreises zusammengetragen  wurde. Erfahren Sie mehr dazu im Artikel Choose your Player.

Im vorliegenden Heft gibt es noch einmal eine Nachlese zum 150. Geburtstag von Alfred Colsman. Es ist der Abdruck der sehr persönlichen Gedenkrede, die sein Enkel Ulrich Pfannschmidt  bei der Feier im Mai gehalten hat. Mit einem Artikel von Jürgen Bleibler zum Bodensee-Wasserf lug 1913 wird der Blick auch auf Theodor Kober gerichtet – ebenfalls ein Mann, der in Friedrichshafen viel zu wenig beachtet wird. Mit einem weiteren Artikel von Christa Tholander erfahren auch diejenigen Menschen Würdigung, die hier in Friedrichshafen im Zweiten Weltkrieg für die Rüstungsindustrie arbeiteten und vielfach menschenunwürdige Behandlung erfahren haben.

Ein Beitrag über ein wenig bekanntes  Kapitel der  Nachkriegsgeschichte  kommt von unserem Ehrenmitglied Manfred Sauter. Er erzählt in gewohnter Art aus eigener Erfahrung, wie die Firma Zeppelin zu einem Ziegeleibetrieb in Fürstenfeldbruck  kam. Ein Artikel aus der Feder von Erhard Rothbauer wird insbesondere die Zeppelin-Philatelisten erfreuen, die in diesem Jahr Gelegenheit  hatten, sich in Essen auf der Internationalen  Briefmarkenausstellung zu treffen. Lesen Sie hierzu den Beitrag von Cheryl Ganz. Mit diesem kleinen Teaser zum vorliegenden     Zeppelin-Brief wünsche ich Ihnen anregende Lektüre und im Namen des gesamten Vorstands des Freundeskreises zur  Förderung des Zeppelin Museums von Herzen frohe Weihnachten sowie Gesundheit, Glück und alles Gute für das kommende Jahr.

Im Namen des gesamten Vorstands grüßt Sie herzlich

Ihre

Barbara Waibel

LZ 129 Hindenburg digital und virtuell erlebbar

Als  im  letzten Jahr  anlässlich des 40-jährigen  Bestehens des Freundeskreises einige Mitglieder  und Museumsbesucher an einer VR-Vorführung teilnahmen und den Zeppelin LZ 129 Hindenburg in der Luftschiff halle virtuell erleben konnten, kamen bereits die ersten Fragen auf, wie solche digitalen Darstellungen  entstehen. Der Beantwortung widmet sich nun der folgende Artikel.

Zunächst  aber eine kurze Einleitung zur Vorführung und der Idee dahinter. Im Rahmen verschiedener Veranstaltungen zum Jubiläumstag  wurde auch die Idee realisiert, VR (Virtuelle Realität, englisch virtual reality) mit Besuchern des Zeppelin Museums zu erproben. Niemand wusste wie das aufgenommen  werden würde und die Umsetzung war recht experimentell. Besucher konnten sich für eine zehnminütige VR-Session anmelden und wurden in einen speziell hergerichteten Raum im Museum geführt. Dort gab es zwei Computerstationen, die jeweils mit einer VR-Brille ausgestattet waren. Das, was die Besucher dort zu sehen bekamen, war eine digital erstellte, virtuelle Umgebung, die die Hindenburg in ihrer Halle präsentierte. Die Besucher konnten sich innerhalb dieser virtuellen Szenerie durch Teleportation fortbewegen.  Dies ermöglichte  eine relativ freie Bewegung im digitalen Raum, ohne Entfernung vom realen Standort. So war es quasi möglich, das Luftschiff in der Halle in seiner ganzen Länge zu umlaufen.  Das digitale Luftschiff  er- schien in der VR-Brille im Maßstab 1:1.

Die Reaktionen waren unterschiedlich und sehr spannend. Einige wenige Besucher kannten VR bereits und hatten auch schon eine VR-Brille benutzt. Für die meisten war es allerdings eine neue Erfahrung und das Erstaunen darüber war groß, was heute mit grafischen Visualisierungen technisch machbar ist und wie überwältigend  diese virtuelle Welt erscheint und wahrgenommen wird. Die Virtuelle Realität ist, vereinfacht beschrieben, eine künstliche Welt, die man durch diese spezielle VR-Brille (auch Headset genannt) durchaus realistisch wahrnimmt. Dem Gehirn wird durch die immersive 360°-Darstellung vorgetäuscht, man wäre tatsächlich an dem gezeigten Ort. Oft passiert es, dass man die reale Umgebung um sich he- rum ausblendet. Um sicherzustellen, dass die Besucher nicht gegen wirkliche Gegenstände wie  Tische oder Stühle laufen, wurde eine sichere Fläche digital abgegrenzt. Sobald man sich dieser Grenze näherte, erschien in der VR-Brille ein Gitterkäfig, der das Ende des Bereichs andeutete.

Die Projizierung zweier für jedes Auge getrennter Bilder in einer VR-Brille ermöglicht es dem Betrachter, in beliebige Szenarien einzutauchen, die entweder digital hergestellt wurden oder auch 360°-Fotos und Filme sein können. Gezeigt wurde dem Betrachter im Zeppelin Museum ein speziell erstelltes Szenario, das schon lange nicht mehr existiert und das es sicherlich auch nie wieder geben wird. Das Ziel der Vorführung war es, den Besuchern einen Eindruck von der schieren Größe des Luftschiffes und der Halle zu vermitteln und Vergangenes in authentischer Optik erfahrbar zu machen…

Zeppelin-Philatelisten treffen sich auf der IBRA 2023 in Essen

Während  sich manche Zeppelin-Fans mit den technischen Aspekten des Fliegens beschäftigen,  untersuchen Philatelisten die von Zeppelinen gef logene Post: Ist die Post korrekt frankiert? Erläutern die Stempel die Route? Wer hat den Brief oder die Karte abgeschickt und wer hat sie erhalten? Befindet sich noch ein Brief im Umschlag oder eine Nachricht auf der Postkarte? Die Erforschung dieser Fragen ist eine Möglichkeit, die Geschichte der Zeppeline zu erforschen. Briefmarkenausstellungen sind eine Gelegenheit für Spezialisten, ihre Sammlungen zu zeigen und ihre Forschungsergebnisse mit anderen zu teilen sowie neue Objekte für ihre Sammlung zu erwerben.

Im Jahr 1936 bot das Luftschiff LZ 129 Hindenburg den ersten regelmäßigen Flugdienst zwischen Europa und Nordamerika für Passagiere, Post und Fracht an. Der Eröffnungsf lug traf am Samstag, dem 9. Mai in Lakehurst, New Jersey ein, wenige Stunden vor der Eröffnung der Internationalen Philatelieausstellung (TIPEX) im Grand Central Palace in New York City. An Bord befanden sich rund 1.059 Kilogramm Post. Am  nächsten Tag  hielt  Luftschiffkapitän Hugo Eckener auf der Messe eine Rede vor begeisterten  Briefmarkensammlern.  Eckener übertrieb nicht, als er ihnen sagte: „Ich bin den Briefmarkensammlern    aller   Länder zu Dank verpf lichtet. Ihr Mäzenatentum hat dazu beigetragen, die Kosten für die verschiedenen  Weltreisen  der Zeppelin-Luftschiffe zu decken. Das philatelistische Publikum hat einen  sehr wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Luftschifffahrt gleistet“. Er erläuterte, dass die Sammler für die Weltumrundung des Graf Zeppelin im Jahr 1929 110.000 Dollar für Briefmarken ausgaben und damit die Hälfte der Kosten der Fahrt kompen- sierten. Zu diesem Zeitpunkt  hatten Sammler weltweit mehr als eine Million Dollar für Zeppelinpost ausgegeben. Obwohl Briefmarkensammler  heute keine Zeppelinpost mehr aufgeben, feiern sie die Zeppelineinsätze weiterhin durch den Erwerb von Flugpost. Dieses Jahr im Mai hatten die Zeppelinpostsammler die Gelegenheit,  die IBR A 2023, die internationale Briefmarkenausstellung in Essen zu besuchen. Da es etwa zwei Jahrzehnte her war, dass eine internationale Briefmarkenausstellung in Deutschland stattfand, war der Andrang groß…